Seit jeher gilt das Pferd als das wertvollste aller Haustiere
und die Gesundheit der Hufe ist die Grundlage seines Wohlbefindens.
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Der Hufschmied
Ein fühlendes Herz für die Geschöpfe, die seiner kunstgeübten
Hand gegen die Fairnisse ihres Lebens anvertraut werden. (Zitat aus
"Der Hufschmied" von Eddy Becker)
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Sankt Eligius - Schutzpatron der Hufschmiede und Tierärzte
Meine Philosophie
- Wiederherstellung, Erhaltung und Pflege der natürlichen Belastungsverhältnisse des Hufes, und damit über den gesunden Huf stärkenden Einfluß auf Knochen, Sehnen, Bänder, Gelenke sowie den Durchblutungsprozeß des Pferdes zu nehmen, was sich auf die allgemeine Gesundheit positiv auswirkt.
- Natürlich ist besser als künstlich. Barhuf ist besser als mit Hufschutz,
und flexibler Hufschutz ist besser als starrer Hufschutz. Naturidentische
Materialien sind nach Möglichkeit dem Kunstprodukt vorzuziehen. Die
Entscheidung über den besten Hufschutz stellt hohe Anforderungen an
Besitzer, Tierarzt und Hufschmied.
- Der Beschlag des Pferdes mit Hufeisen kann nur an letzter Stelle des
Versuches stehen, dem Pferd über ein Problem des Hufes oder des
Bewegungsapperates hinweg zu helfen. Es darf aber auch nicht vergessen
werden, daß der Beschlag des Hufes mit einem Hufeisen zuweilen
unvermeidlich ist. Es ist nutzlos und sogar gefährlich für Mensch und
Tier, die Grenzen des eigenen Wissens nicht überwinden zu wollen. Dies
gilt für Schmiede ebenso wie für alle anderen mit der Fürsorge
betrauten Personen.
Daraus ergeben sich einige Punkte zum Nachdenken:
-
Da das Pferd ein Lebewesen mit Gefühlen und Empfindungen ist, muß
es von den Menschen mit denen es lebt auch als solches behandelt
werden. Unserer Verantwortung obliegt es, weder das Pferd zu
vermenschlichen, noch es als bloße Sache anzusehen, mit der nach
Belieben verfahren werden darf. Beides entsteht aus falschem
Verständnis oder schlechtem Gewissen.
- Die Bedürfnisse des Pferdes entspringen seiner Natur und seinem Leben
mit dem Menschen. Beides stellt ganz eigene Anforderungen an uns, weil wir es sind, die das Lebens des Pferdes organisieren
und an unseren Wünschen ausrichten.
- Für die professionelle Pflege und Erhaltung der Hufe stellt sich daher
die Aufgabe, die Ansprüche des Pferdes mit denen des Menschen in
Einklang zu bringen, wobei die Bedürfnisse des Pferdes als schutzbefohlenes Lebewesen
an erster Stelle stehen müssen.
- Unter Hufbeschlag versteht man alle Verrichtungen am Huf, auch und
gerade die Pflege und Erhaltung von Barhufen. Daß Hufschmiede über
keine diesbezügliche Theorie verfügen ist ein schlechter Witz oder üble
Nachrede. Tatsache ist, daß die Ausbildung zum staatlich geprüften
Hufbeschlagschmied, welche mit einer Prüfung an einer staatlichen
Lehrschmiede abschließt, die längste und intensivste Ausbildung in
diesem Metier ist, die es derzeit gibt. Tatsache ist auch, daß staatliche
Lehrschmieden mit der direkten Anbindung an die Forschungseinrichtungen
der Universitäten, über den Zugang zu aktuellstem
Wissen zum Thema verfügen. Das mag nicht alle erfreuen, bleibt aber
eine wesentliche Garantie dafür, daß der Schmied seine Arbeit auf
hohem Niveau zum Schutz des Pferdes verrichten kann. Tatsache bleibt
deshalb weiterhin, daß die Barhufpflege die Grundlage der Arbeit des
Hufschmiedes ist und nicht etwa nur ein "ungeliebter Verwandter", der
dazu animiert, Pferd und Besitzer sofort mit einem Eisenbeschlag zu
bedrohen.
- Tradiertes Wissen ist nicht frei von Irrtümern und Fehlern, aber es
entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte weiter, erkannte die
Irrtümer und berichtigte sie in der Folge. Jede Zeit trägt durch ihre
besondere Prägung dazu bei, daß Theorie und Praxis im Hufbeschlag in
verschiedene Richtungen tendieren. Zu vergessen, daß sich die Welt seit
Anbeginn der Zeit in dieser Weise bewegt und zu behaupten, daß es
Bewegung nur in eine Richtung gäbe, ist kindisch und nutzlos.
- Wenn, wie es allenthalben immer wieder gern behauptet wird, der
Hufbeschlag in der Vergangenheit gegen das Pferd gerichtet war, dürfte
nach dieser "Logik" kaum ein Pferd ohne größere Haltungsschäden
davongekommen sein. Tatsache ist jedoch, daß sich haltungsbedingte
Krankheiten der Pferde nur veränderten aber keineswegs verbessert
haben. Manche Krankheiten kannte man damals noch nicht, andere
hingegen konnten heute erst erfolgreich bekämpft werden. Auch durch
den sich entwickelnden Hufbeschlag.
- Und dennoch geht es dem Pferd als Gefährte des Menschen nicht ganz
schlecht. In der Natur wird ein Pferd mit einer Bewegungsstörung nicht
überleben können, in der Obhut des Menschen wird dieses Pferd mit
einem Hufschutz versehen und kann dadurch in der Folge die Krankheit
kurieren. Man sollte in der Beurteilung fair und unvoreingenommen
sein. Es zeigt sich gerade bei dem als fortschrittlich benannten
Hufschutz unser gespaltenes Verhältnis zu uns selbst, jedoch nicht die
einzig richtige oder ganz und gar falsche Haltung.
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